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Marie Sass on iTunes


Sass Marie
soprano

Ihr eigentlicher Name war Marie-Constance Sasse. Ihr Vater war Militärkapellmeister, starb aber früh. Sie studierte zuerst in Gent bei François-Auguste Gevaert und mußte sich zeitweilig als Chansonsängerin in Café-Concerts ihr Brot verdienen. Sie kam nach Paris, wo sie gleichfalls einer derartigen Beschäftigung nachging; dabei wurde ihre schöne Stimme durch die Sängerin Delphine Ugalde entdeckt, die ihre weitere Ausbildung übernahm. Sie studierte dann noch bei dem berühmten Pädagogen Francesco Lamperti in Mailand. 1852 kam es (unter dem Namen Marie Sax) zu ihrem Bühnendebüt in Venedig als Gilda in Verdis "Rigoletto". Ihr Ruhm datiert von ihrem Auftreten am Théâtre Lyrique in Paris 1859, an dem sie als Antrittsrolle die Gräfin in "Nozze di Figaro" vortrug. Darauf kam sie 1860 an die Grand Opéra Paris (Antrittsrolle: Isabella in "Robert le Diable" von Meyerbeer), deren große Primadonna sie für die folgenden 17 Jahre blieb. Man bewunderte sie dort als Rachel in "La Juive" von Halévy, als Leonore im "Troubadour", als Valentine in den "Hugenotten" von Meyerbeer, als Elena in Verdis "Vêpres Siciliennes" wie in vielen anderen Partien. Am 13.3.1861 sang sie in der ersten Aufführung der Neufassung von Richard Wagners "Tannhäuser" an der Pariser Opéra (der sog. "Pariser Fassung") die Partie der Elisabeth, wobei diese Aufführung mit einem skandalösen Mißerfolg endete. Um so glanzvoller gestaltete sich die Uraufführung von Meyerbeers "L'Africaine" (nach dem Tod des Komponisten) am gleichen Opernhaus, in der sie am 28.4.1865 die Partie der Selika kreierte. Als Verdis "Don Carlos" am 11.5.1867 an der Grand Opéra zur Uraufführung kam, wirkte sie in der Partie der Königin Elisabetta mit. In der Spielzeit 1869-70 bewunderte man sie an der Mailänder Scala u.a. am 10.3.1870 als Cecilia in der Uraufführung der Oper "Il Guarany" des brasilianischen Komponisten Carlos Gomes. Gastspiele führten sie weiter an die Opernhäuser von St. Petersburg, Brüssel, Kairo und Madrid. Ihr eigenwilliges Temperament und ihre Launenhaftigkeit bei den Proben und bei der Premiere seines "Don Carlos" veranlaßten Verdi, ihr zu verweigern, daß sie die Amneris in seiner "Aida" kreierte. Nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870-71 sang sie hauptsächlich in Brüssel, in Italien (1870), in England (1871) und in Spanien (1872). In den Jahren 1864-67 war sie mit dem berühmten Bassisten Armand Castelmary (1834-97) verheiratet, von dem sie sich aber wieder trennte. 1877 zog sie sich von der Bühne zurück und betätigte sich dann in Paris als Gesanglehrerin. Gegen Ende ihres Lebens verlor sie ihr gesamtes Vermögen und starb in großer Armut. Zu Beginn ihrer Karriere trat sie unter dem Namen Marie Sax (auch als Marie Saxe) auf, doch erwirkte der belgische Komponist und Erfinder des Saxophons Adolphe Sax (1814-94) gegen sie ein Gerichtsurteil, das ihr die Führung dieses Pseudonyms untersagte. Sie gab ihre Lebenserinnerungen unter dem Titel "Souvenirs d'une artiste" (Paris, 1902) heraus.

 

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