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Patti Adelina
soprano [ 1843 - 1919 ]

Tochter des italienischen Tenors Salvatore Patti (?21.8.1869) und der Sopranistin Catarina Chiesa Barilli (?6.9.1870 Rom; auch Barili geschrieben). Ihre Mutter soll noch am Vorabend ihrer Geburt in Madrid die Norma gesungen haben. Auch ihre beiden älteren Schwestern Amelia Patti (1831-1915) und Carlotta Patti (1835-89) wurden gefeierte Sängerinnen. Ihr Bruder Carlo Patti (1842-73) war ein bekannter Violinist und Dirigent, der u.a. an der Oper von New Orleans, später in New York und St. Louis wirkte. Als Kind kam die Künstlerin nach Nordamerika, wo ihr Vater Regisseur an der Italienischen Oper in New York wurde. Sie wurde vor allem durch ihre Mutter, auch durch einen ihrer Stiefbrüder und durch ihren Schwager Moritz Strakosch, den Gatten ihrer Schwester Amelia, ausgebildet, der später ihr Manager war. Mit acht Jahren sang sie bereits in New York in einem Konzert (auf einem Tisch stehend) Opernarien, mit 16 debütierte sie auf der Bühne, als "The Little Florinda" angekündigt, an der Academy of Music in New York als Lucia di Lammermoor. Der Erfolg war sensationell; nach einer anschließenden Nordamerika-Tournee, wobei man sie vor allem an der Oper von New Orleans als Martha, als Leonore im "Troubadour" und als Marguerite de Valois in den "Hugenotten" bewunderte (1860), kam sie 1861 nach Europa und hatte an der Covent Garden Oper London als Amina in "La Sonnambula" von Bellini triumphale Erfolge. Jetzt huldigte man ihr in Paris (Debüt 1862 am Théâtre-Italien) und Mailand, in Brüssel und Monte Carlo, in St. Petersburg und Moskau, in Berlin und Wien, in Madrid und Lissabon. In 23 aufeinander folgenden Spielzeiten sang sie an der Covent Garden Oper dreißig große Partien in Opern von Rossini, Bellini, Donizetti, Gounod, Meyerbeer und Verdi. 1876 kreierte sie dort die Aida in der englischen Erstaufführung dieser Verdi-Oper, 1882 übernahm sie dort in der Uraufführung der Oper "Velléda" von Charles Lenepveu die Titelrolle (mit Ernest Nicolini als Partner). Einen Versuch, die Carmen in ihr Repertoire aufzunehmen, gab sie wieder bald auf. In England trat sie auch gern als Solistin in Oratorien bei den zahlreichen Musikfesten der damaligen Zeit auf. Sie war mit dem berühmten Komponisten Gioacchino Rossini befreundet und weilte in den letzten Tagen des verehrten Meisters im November 1868 in dessen Haus in Passy bei Paris und an seinem Sterbebett. Sie sang dann in Paris bei den Trauerfeierlichkeiten für Rossini. Auch Giuseppe Verdi war ein großer Bewunderer ihrer Kunst, nachdem er sie erstmals 1861 in London in der Partie der Gilda in seinem "Rigoletto" gehört hatte. 1867 kreierte sie für London die Titelheldin in "Roméo et Juliette" von Gounod, 1888 sang sie diese Partie auch an der Grand Opéra Paris mit Jean und Édouard de Reszke als Partnern. Im gleichen Jahr stand sie im Mittelpunkt einer glänzenden Saison am Teatro Politeama von Buenos Aires. An der Mailänder Scala feierte man sie 1877-78 und nochmals 1893 in Partien wie der Marguerite im "Faust", der Rosina im "Barbier von Sevilla", der Leonore im "Troubadour", der Traviata und der Amina in "La Sonnambula". 1883-85 war sie an der New Yorker Academy of Music zu hören. Am 23.9.1889 sang sie in einem Gala-Konzert zur Eröffnung des neuen Opernhauses im Auditorium in Chicago in Gegenwart des amerikanischen Präsidenten Benjamin Harrison. Nachdem sie bereits 1887 und 1890 gastweise an der Metropolitan Oper New York aufgetreten war, gehörte sie in der Spielzeit 1892-93 diesem Haus als Mitglied an. Als Antrittsrolle sang sie hier die Martha von Flotow, danach die Rosina und die Lucia di Lammermoor. An der Covent Garden Oper hörte man sie letztmalig 1894. Sie war die letzte in jener Reihe der großen Primadonnen, die für die Opernkultur des 19. Jahrhunderts so charakteristisch gewesen sind. Sie war die höchst bezahlte Sängerin ihrer Zeit und erhielt für eine Vorstellung in London 200 Guineas, in New York 5000 Dollars. Sie wurde mit Ehrungen überhäuft. Der polnische Komponist Fürst Józef Poniatowski widmete ihr die Partitur seiner Oper "Gelmina", deren Hauptrolle sie dann in London in der Uraufführung des Werks kreierte (4.6.1872); 1893 sang sie an der Oper von Boston die Titelrolle in der für sie komponiertenm Oper "Gabriella" von Emilio Pizzi. Der russische Zar, der englische Kronprinz, der Fürst von Monaco und viele andere Bewunderer ihrer Kunst schenkten ihr kostbare Juwelen. In Leo Tolstojs berühmtem Roman "Anna Karenina" besucht die Titelheldin eine Aufführung von "Lucid di Lammermoor", um Adelina Patti zu hören. Der Dichter Théophile Gautier feierte sie in den Versen: " Es-tu le rossignol, la rose, l'harmonie/ Jeune divinité du ciel Italien/ Es-tu l'amour, l'esprit, le charme, le génie/ Étoile aux éclairs d'or de l'art cécilien". 1868 heiratete Adelina Patti den Marquis Henri de Caux, Vortänzer am Hof Kaiser Napoleons III. von Frankreich (eine Ehe, die die Kaiserin Eugénie von Frankreich gestiftet hatte). 1885 trennte sie sich von diesem, um den aus Österreich stammenden Tenor Ernest Nicolini (eigentlich Ernst Nicolas, 1833-99, der bereits verheiratet war und fünf Kinder hatte) zu heiraten, der oft ihr Partner auf der Bühne gewesen war, und der sie seitdem auf ihren Tourneen begleitete. (Das Publikum der Grand Opéra war bereits zuvor durch eine realistische Darstellung der Liebesszene in Gounods "Roméo et Juliette" schockiert worden, bei der die beiden Sänger 29 leidenschaftliche Küsse austauschten!). Die Scheidung führte zu einem Skandalprozess, der in der Pariser Boulevard-Presse ein lebhaftes Echo fand. 1886 fand dann die Heirat von Adelina Patti und Ernest Nicolini im französischen Konsulat in Swansea statt. 1899 heiratete Adelina Patti dann nach dem Tod von Nicolini in dritter Ehe den 23jährigen Masseur und schwedischen Baron Rolf Cederström. Im gleichen Jahr nahm sie ihren Wohnsitz auf dem prunkvollen Schloß Craig y Nos bei Brecknock in Wales, das sie sich hatte erbauen lassen, und das auch ein kleines Privattheater enthielt (heute ein beliebtes Ausflugsziel). Von dort aus setzte sie ihre triumphale Karriere fort. Nach der Jahrhundertwende gab sie immer wieder ihre Absicht bekannt, sich aus dem Musikleben zurückzuziehen, doch zwang das Publikum sie stets wieder aufzutreten. 1906-07 unternahm sie eine große Farewell-Tournee. Letztmalig hörte man die große Künstlerin 1914 in einem Wohltätigkeitskonzert in der Albert Hall in London. Sie starb auf ihrem Schloß in Wales und wurde gemäß ihrem letzten Willen auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris beigesetzt.Die Stimme von Adelina Patti war ein Koloratursopran von erlesener musikalischer Schönheit, für den technische Schwierigkeiten nicht existierten, der aber zugleich durch die hohe musikalische Reife des Vortrages den Zuhörer begeisterte. Ihre unbegrenzten stimmlichen Möglichkeiten erlaubten ihr jedoch auch die Interpretation lyrischer und dramatischer Partien.Lit.: H.Klein: "The Reign of Patti" (1920), G.M. Dalmazzo: "Adelina Patti's Life" (London, 1877); J.A. Cabezas: "Adelina Patti" (Madrid, 1956); Th. de Grave: "Adelina Patti" (Paris, 1865); E. de Leyden: "Adelina Patti" (Paris, 1868); J.F. Cone: "Adelina Patti: Queen of Hearts" (1993).Von ihr existieren zwei Serien von Schallplattenaufnahmen, die G&T unter einem besonderen Etikett veröffentlichte. Die erste wurde 1905 auf dem Schloß der Sängerin Craig y Nos (in ihrem Schlafzimmer), die zweite 1906 in London aufgenommen. Bei der ersten Serie wurde sie durch Landon Ronald, bei der zweiten durch ihren Neffen Alfredo Barilli am Klavier begleitet. Auf IRCC wurde eine private Zylinderaufnahme mit dem Éclat de rire aus "Manon Lescaut" von Auber veröffentlicht.

 

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